Komorbidität.

 


Verschiedene Untersuchungen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass mindestens die folgenden Erkrankungen gehäuft (was präziser heißt: Wenn man Migräne hat ist die Wahrscheinlichkeit, auch eine oder mehrere der folgenden Erkrankungen zu bekommen höher als in der Normalbevölkerung) gemeinsam mit Migräne auftreten (siehe z. B. hier oder hier):

Eine sehr gute Zusammenfassung der Komorbidität zwischen Kopfschmerzen generell (und Migräne im Speziellen) und psychischen Störungen findet sich in Headache and Psychiatric Comorbidity.

Möglicherweise gibt es daneben weitere häufige gemeinsame Erkrankungen. Qualifiziertes Material liegt aber nicht vor. Insbesondere liegen uns z. Z. auch keine qualifizierten Informationen darüber vor, welche anderen Krankheiten ein erhöhtes Migränerisiko nach sich ziehen. Es gibt vereinzelte Aussagen, dass etwa mehr als 40% aller Morbus Cushing-Patienten gleichzeitig auch über Kopfschmerzen klagen. Interessant wären aber speziell Statistiken mit Berücksichtigung von wesentlichen chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Rheuma, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Schilddrüsenerkrankungen.

Umgekehrt scheinen manche Krankheiten auch positiv auf Migräne zu wirken:

  • Bei Ausbruch einer Parkinsonerkrankung wird nicht selten festgestellt, dass sich eine vorhandene Migräneerkrankung verabschiedet oder bessert.
  • Manche Patienten berichten, dass sich nach Ausbruch einer Typ2-Diabeteserkrankung eine vorhandene Migräne deutlich gebessert hat oder gar verschwunden ist.

Migräne kommt selten allein. Häufig leiden Betroffene gleichzeitig unter einer Vielzahl von Erkrankungen, ein Großteil davon könnte als funktionelle Störung eingeordnet werden.

Allein dies zeigt, dass Migräne in der Regel keineswegs eine Erkrankung ist, die sich auf das Gehirn beschränkt, sondern den gesamten Körper betrifft. Auch diese Tatsache spricht für eine Auffassung der Migräne als funktionelle Gesamtstörung des Organismus.